

Das Junge Theater Bonn — Ein Theater für alle
Das JTB ist mit weit über 140.000 Besucherinnen und Besuchern in jeder Spielzeit das mit Abstand bestbesuchte Theater für junges Publikum in ganz Deutschland. Im Mittelpunkt all unserer Bemühungen stehen immer die Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir wollen ein Theater für möglichst viele und für alle Menschen sein. Daher bemühen wir uns schon seit vielen Jahren, alle Barrieren, die Menschen von einem Besuch bei uns oder von der Teilhabe an unseren anderen Angeboten abhalten könnten, möglichst weitgehend abzubauen. Seit Herbst 2025 greifen zwei neue, wichtige Programme, die wir mit der Hilfe der Aktion Mensch bzw. des Fördervereins der Sparkasse KölnBonn dauerhaft umsetzen können:
Die Aktion Mensch hat unseren Förderantrag Das JTB – Ein Theater für Alle bewilligt. Daraus können wir eine Vielzahl an Maßnahmen zur Absenkung von Barrieren durchführen und finanzieren.
Der Förderverein der Sparkasse KölnBonn finanziert das Sprungbrett-Stipendium, mit dem Kinder und Jugendliche an den Kursen und Workshops unserer Schauspielschule, der JTB>Werkstatt, kostenfrei teilnehmen können. Auch der Sponsoringvertrag mit der Deutschen Telekom wurde im Frühjahr um weitere fünf Jahre verlängert. Darüber werden auch die Programme Telekom-Sozialticket und Telekom-5-Euro-Ticket finanziert.

Audio Unterstützung für Hör- und Sehgeschädigte via MobileConnect
Durch Förderung der NRW-Stiftung wurde das JTB mit einer neuen Technik ausgestattet, die die Übertragung des verstärkten Bühnentones über MobileConnect direkt auf Ihr Smartphones ermöglicht.
Das Audiosignal der Schauspielenden wird durch die App MobileConnect über einen Streaming-Server direkt auf Ihr Smartphone übertragen. Die App gibt die vom Server empfangenen Daten direkt über die Kopfhörer wieder, während diese kontinuierlich über das geschlossene Netzwerk geladen werden. Die App ist in der Lage unterschiedlichen Bedürfnisse zu bedienen, so können Sie die Lautstärke links oder rechts verstellen und gleichzeitig Höhen und Tiefen individuell anpassen. Tragen Sie ein Hörgerät, das an Ihr eigenes Smartphone angepasst wurde, können Sie sich die Tonsignale von der App via Bluetooth auch direkt auf die Hörhilfe schicken lassen.
Das sollten Sie wissen, wenn Sie diese Technik für sich nutzen möchten:
• Der Dienst kann mit jedem WLAN-fähigen Gerät (Handy oder Tablet) genutzt werden. Die App MobileConnect muss vor Ihrem Besuch auf das Gerät geladen werden.
→ Download für iOS Geräte
→ Download für Android Geräte
• Wir verfügen nicht über Leihgeräte, der Service kann nur über das eigene, private Gerät genutzt werden.
• Kopfhörer können aus hygienischen Gründen nicht vom Theater bereitgestellt werden. Jeder Besucher, jede Besucherin, der oder die diese Technologie in Anspruch nehmen möchte, muss eigenen Kopfhörer mitzubringen.
• Das WLAN-Signal der MobileConnect-Anlage ist auf allen Plätzen im Theater ausreichend stark.
Maßnahmen zur Absenkung von körperlichen Barrieren
Bauliche Maßnahmen
Seit dem Umbau 2016 ist das gesamte Parkett des JTB mit Foyers und Café barrierefrei zugänglich. Es gibt bis zu vier Rollstuhlplätze im Theatersaal, eine für Rollstühle geeignete Toilette und Tromm’s Bar als barrierefreies Café. Der Zugang zu allen Bereichen ist ebenerdig und ohne Schwellen und daher auch für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, problemlos erreichbar.
Technisch-bauliche Maßnahmen
Die MobileConnect-Anlage versorgt bei allen Vorstellungen das Publikum mit einer Verstärkung des Tons für Gäste mit Höreinschränkungen. Das Signal der Anlage kann mit jedem WLAN-fähigen Gerät empfangen werden (Handys, Tablets etc.) und individuell mit der eigenen Hörhilfe (Hörgeräte, Cochlea-Implantate etc.) verbunden werden. Über die MobileConnect-Anlage wird auch der Ton der Audiodeskription bei entsprechenden Vorstellungen übertragen. Die Anlage verfügt über bis zu acht Kanäle, so dass Tonverstärkung und Audiodeskription parallel laufen können.
Künstlerische Maßnahmen
Dank der Förderung der Aktion Mensch können ab der Spielzeit 25/26 alle neuen Stücke mindestens zweimal mit einer Live-Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache gezeigt werden. Dabei stehen in der Regel zwei DGS-Dolmetschende seitlich von der Bühne und übersetzen live die gesprochenen Texte und Lieder. Die Dolmetscherinnen und Dolmetscher vermitteln aber viel mehr als nur eine Übersetzung der Texte — sie transportieren auch Stimmungen und Gefühle sowie Rhythmus. Ebenso wird jedes neue Stück zweimal mit Audiodeskription für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen angeboten. Eine entsprechend qualifizierte und vorbereitete Sprecherin oder ein Sprecher spricht während der Vorstellung – immer dann, wenn keine Dialoge stattfinden, während der Umbauten etc. – und beschreibt dabei all das, was auf der Bühne zu sehen ist. Wie das Bühnenbild aussieht, wie die Figuren gekleidet sind, wie sie sich bewegen, was sie machen. Dank einer gründlichen Vorbereitung verbindet der gesprochene Text sich mit dem Ton, der von der Bühne kommt, zu einem Gesamtkunstwerk, das man als Hörtheater bezeichnen kann. An den Terminen mit Audiodeskription kann nach Absprache vor der Vorstellung auch eine Tastführung durch das Bühnenbild vereinbart werden, bei dem blinde oder stark seheingeschränkte Besuchende sich das Bühnenbild und auch die Kostüme und ggf. Masken oder Puppen ertasten können. Auch diese Maßnahmen werden von der Aktion Mensch finanziert und können daher den Gästen kostenfrei
2024 hat das JTB erstmals ein Theaterstück vollständig zweisprachig inszeniert. 'Der kleine Prinz' wurde von Olja Artes so bearbeitet und inszeniert, dass hörende Gäste ebenso wie Gäste, die die Deutsche Gebärdensprache (DGS) nutzen, das Stück ohne den Einsatz einer Übersetzung oder anderer Hilfsmittel gemeinsam erleben können. Die weltberühmte Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry erhält dadurch eine völlig neue, zusätzliche Ebene, und die hörenden Zuschauerinnen und Zuschauer lernen in den Vorstellungen die DGS als eine eigenständige und vollwertige Sprache kennen. Die Produktion wurde von der Kämpgen Stiftung finanziell unterstützt.
Maßnahmen zur Absenkung von wirtschaftlichen Barrieren
Ebenso wichtig wie die Absenkung von Barrieren, die sich durch körperliche Bedingungen ergeben, ist die Absenkung der wirtschaftlichen und kulturellen Barrieren. Kinder und Jugendliche sollen an den Angeboten des JTB jederzeit teilhaben können, auch wenn die Familie das wirtschaftlich nicht ermöglichen kann. Als Privattheater mit vergleichsweise geringer öffentlicher Förderung ist das JTB sowohl auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten als auch aus die Kursgebühren angewiesen. Daher sind wir den Partnern und Sponsoren besonders dankbar, die die sich ergebenden Einnahmeverluste ausgleichen.
Telekom-5-Euro-Ticket
Für alle Nachmittags- und Abendvorstellungen gibt es ein Kontingent von Telekom-5-Euro-Tickets. Diese Tickets können ohne Nachweis einer Bedürftigkeit gekauft werden, damit Theaterbesuche möglichst selten an finanziellen Schwierigkeiten scheitern. Die Telekom unterstützt diese Maßnahme und gleicht die Mindereinnahmen in voller Höhe aus.
Telekom-Sozialticket
Für die Vormittagsvorstellungen können Schulen und Kitas im Rahmen des verfügbaren Budgets kostenfreie Telekom-Sozialtickets für Schülerinnen und Schüler in Anspruch nehmen, die von der Zuzahlungspflicht für Lehrmitteln befreit sind. Auch hier vertrauen wir auf die Ehrlichkeit unserer Gäste, vor allem um den betroffenen Kindern und Jugendlichen Kontrollen zu ersparen. Auch diese Einnahmeverluste durch das Telekom-Sozialticket gleicht die Telekom vollständig aus.
Sprungbrett – Das Stipendium für die Schauspielschule
In der JTB-Werkstatt bietet das JTB ganzjährig rund hundert verschiedene Schauspielkurse und -workshops an, für die die Teilnehmenden eine Teilnahmegebühr zahlen. Mit einer Finanzierung durch den Förderverein der Sparkasse KölnBonn kann ein Sprungbrett-Stipendium beantragt werden, mit dem die Kursteilnahme kostenfrei möglich ist. Eine Bewerbung ist nur mit minimalem Aufwand per E-Mail möglich.
Kursteilnahme für Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Betreuungsbedarf
Ebenfalls im Rahmen der neuen Förderung durch die Aktion Mensch können Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Betreuungsbedarf an den Kursen und Workshops in der JTB>Werkstatt teilnehmen. Das JTB kann dann nach Absprache mit der Familie den zusätzlichen Betreuungsaufwand von der Aktion Mensch finanzieren lassen, ohne hierfür im Einzelfall komplizierte Anträge stellen zu müssen.
Mehr Informationen
Vorstellungen mit Übersetzung in die Deutsche Gebärdensprache (DGS)
• So., 12.10.25, 15h
Herr der Diebe
• Sa., 29.11.25, 15h
JTB im Thalia: Die Schneekönigin
• So., 21.12.25, 11h
Das Dschungelbuch
Vorstellungen mit Audiodeskription
• Fr., 21.11.25, 18.30h
Herr der Diebe
• So., 07.12.25, 15h
Das Dschungelbuch
• Sa., 13.12.25, 15h
JTB im Thalia: Die Schneekönigin


